Geldanlage
Schwellenländer ETFs analysiert: Lohnt sich das Risiko in den Emerging Markets?
Lesedauer: 11 Minuten
18.01.2026
Wichtiger Hinweis: Alle Inhalte dienen nur der Information und stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Keine Haftung für die Richtigkeit. Investieren ist mit Risiken behaftet.
Darum geht's
Betrachtet man das weltweite Aktienuniversum, so sind die Schwellenländer (Emerging Markets, kurz: EM) derzeit das Sorgenkind vieler Portfolios. Während die USA – getrieben vom Tech-Sektor – seit Jahren von Rekord zu Rekord eilen, wirken die Schwellenländer seit über einer Dekade fast lethargisch.
Doch Symptome sind nicht die Ursache und eine Momentaufnahme ersetzt noch keine langfristige Analyse. Für uns als Anlegerinnen und Anleger stellt aktuell sich die Frage: Sind Emerging Markets ETFs noch ein notwendiger Bestandteil eines evidenzbasierten Portfolios oder handelt es sich um ein unnötiges Klumpenrisiko, das die Gesamtrendite verwässert?
In diesem Artikel setzen wir mal wieder das Finanzskalpell an. Wir untersuchen die Indizes, analysieren die politischen Risiken und prüfen, ob die Beimischung von Schwellenländern noch zeitgemäß ist.
Einleitung: Der ewige Streit um die Emerging Markets
Wer vor 15 Jahren Finanzblogs las, kam an einer Faustregel nicht vorbei: "Investiere global, gewichte die Schwellenländer über." Die These damals war simpel und bestechend. Die Industrieländer (Developed Markets) würden an überalternder Bevölkerung und stagniertem Wachstum leiden. Die Musik spiele in Asien, Südamerika und Afrika. Dort lebten viele junge Menschen, dort entstünde der neue Mittelstand, dort lägen die Rendite-Turbos der Zukunft.
Spulen wir vor ins Heute. Wer tatsächlich stur an einer starken Übergewichtung der Schwellenländer festhielt, blickt auf eine Dekade der Enttäuschung zurück. Der MSCI World (Industrieländer) hat den MSCI Emerging Markets deutlich abgehängt. Ein reines US-Portfolio (S&P 500) lief sogar noch besser.
Ist die These von den aufstrebenden Schwellenländern also tot? Nicht unbedingt. Wir haben es hier mit dem klassischen Reversion-to-the-Mean-Effekt zu tun. Zyklen an der Börse dauern nämlich oft deutlich länger, als unsere Geduld reicht. Zwischen 2000 und 2010 beispielsweise waren Emerging Markets die absoluten Superstars, während westliche Märkte durch die Dotcom-Blase und die Finanzkrise taumelten.
Heute stehen wir an einem Punkt, an dem US-Aktien historisch teuer bewertet sind (hohes KGV), während Schwellenländer dagegen fundamental günstig erscheinen. Doch "billig" kann an der Börse auch "billig aus gutem Grund" bedeuten. Bevor du also blindlings Schwellenländer-ETFs kaufst, müssen wir verstehen, was wir uns da eigentlich ins Depot holen.
Was sind Schwellenländer eigentlich? Eine ökonomische Einordnung
Bevor wir investieren, müssen wir erst einmal verstehen, was ein Schwellenland eigentlich von einem Industrieland oder einem "Frontier Market" unterscheidet?
Die Klassifizierung erfolgt durch Indexanbieter wie MSCI oder FTSE, und sie ist nicht rein ökonomischer Natur. Es geht dabei nicht nur um das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf. Entscheidend sind oft Faktoren wie Marktzugang, Liquidität, Rechtssicherheit und die Offenheit für ausländische Investoren.
Definitionssache: Warum Südkorea für MSCI ein Schwellenland ist und für FTSE nicht
Hier liegt der erste Fallstrick für dich als ETF-Anleger in Deutschland. Die beiden großen Indexanbieter sind sich uneinig.
MSCI (Morgan Stanley Capital International): Klassifiziert Südkorea immer noch als Emerging Market. Warum? MSCI kritisiert unter anderem die eingeschränkte Konvertierbarkeit der Währung (Won) und bürokratische Hürden für ausländische Investoren.
FTSE Russell: Führt Südkorea bereits seit Jahren als Developed Market (Industrieland).
Warum ist das wichtig? Wenn du ETFs verschiedener Anbieter kombinierst, kann es zu gefährlichen Lücken kommen. Kaufst du einen MSCI World ETF (Industrieländer ohne Südkorea) und kombinierst ihn mit einem FTSE Emerging Markets ETF (Schwellenländer ohne Südkorea), hast du Südkorea – eine der technologisch führenden Nationen der Welt mit Konzernen wie Samsung – komplett aus deinem Portfolio eliminiert. Im übertragenen Sinne wäre das ein "Kunstfehler" bei der Portfoliokonstruktion.
Die Demografie-Dividende und das BIP-Wachstum
Das stärkste Argument für Schwellenländer ist die Demografie. Während Europa und Japan vergreisen, verfügen Länder wie Indien, Indonesien oder Mexiko über eine junge, arbeitsfähige Bevölkerung. Ökonomen sprechen von der "Demografischen Dividende". Hinzu kommt ein meist deutlich höheres Wirtschaftswachstum als im Westen.
Doch hier müssen wir eine wichtige Unterscheidung treffen, die oft übersehen wird: Wirtschaftswachstum ist nicht gleich Aktienmarktrendite.
Dies ist einer der größten Irrtümer unter Privatanlegern. Ein Land kann sein BIP verdoppeln, ohne dass die Aktionäre davon profitieren. Gründe dafür gibt es viele:
Verwässerung: Wenn das Wachstum durch die Ausgabe neuer Aktien finanziert wird, sinkt der Gewinn pro Aktie für die Bestandsaktionäre.
Nicht-börsennotierte Wirtschaft: In vielen Schwellenländern wird ein Großteil des Wachstums von kleinen, privaten Firmen oder staatlichen Betrieben erzeugt, die gar nicht im Aktienindex enthalten sind.
Governance-Probleme: Gewinne kommen nicht immer effizient bei den Aktionären an, sondern versickern teilweise in ineffizientem Management oder korrupten Strukturen.
Dennoch: Langfristig korrelieren Gewinnwachstum der Unternehmen und Börsenkurse. Die Wette auf Emerging Markets ist die Wette darauf, dass diese Märkte professioneller werden und ihre ökonomische Kraft effizienter in Unternehmensgewinne ummünzen können.
Die Risiken im Fokus: Wo es schwierig wird
Emerging Markets bieten eine höhere erwartete Rendite (Risikoprämie), aber diese Prämie gibt es nicht umsonst. Sie ist der Ausgleich für Risiken, die wir in den USA oder Europa so nicht kennen.
Politische Risiken und staatliche Eingriffe
In den USA regiert der Markt, in vielen Schwellenländern hat der Staat massiven Einfluss. Das politische Risiko ist in Emerging Markets nicht nur ein theoretisches Konstrukt, sondern tatsächlich eine reale Gefahr für dein Kapital.
Das prominenteste Beispiel der jüngeren Geschichte ist der Crackdown der chinesischen Regierung gegen den eigenen Tech-Sektor ab 2020. Mit strikteren Regulierungen wurden Geschäftsmodelle im Bildungs- und Tech-Sektor (wie bei Alibaba oder Tencent) massiv beschnitten. Kurse stürzten ab, nicht weil die Unternehmen keine Gewinne machten, sondern weil die Politik die Spielregeln änderte.
Auch in Russland sahen wir 2022, was passiert, wenn ein Markt "uninvestierbar" wird. Russische Aktien wurden aus den Indizes gestrichen und auf Null abgeschrieben. Als ETF-Anleger hast du in solchen Fällen keine Handlungsoption; du bist Passagier. In Autokratien sind Eigentumsrechte oft weniger geschützt als in Rechtsstaaten. Das ist ein Risiko, das man aushalten muss.
Währungsrisiken
Du investierst als Ärztin oder Arzt in Deutschland Euros am Aktienmarkt. Die Aktien in den Schwellenländer-ETFs notieren aber in Brasilianischem Real, Indischer Rupie oder Südafrikanischem Rand.
Wenn diese Währungen gegenüber dem Euro (oder dem US-Dollar) abwerten, belastet das deine Aktienrendite. Ein Kursgewinn von 10 % an der Börse von São Paulo nützt dir wenig, wenn der Real gleichzeitig 15 % an Wert verliert.
Zwar gleichen sich Währungsschwankungen über sehr lange Zeiträume (15 Jahre und mehr) oft aus – Stichwort Kaufkraftparität –, doch in kürzeren Phasen können schwache "Weichwährungen" die Performance eines EM-Portfolios spürbar drücken.
Der "China-Elefant" im Raum
China ist Fluch und Segen zugleich. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt macht in gängigen Schwellenländer-Indizes oft 25 % bis 30 % des Gewichts aus.
Das bedeutet: Wenn du einen Emerging Markets ETF kaufst, kaufst du zu einem großen Teil China. Du importierst dir damit spezifische Risiken:
Geopolitik: Der Konflikt mit den USA (Taiwan-Frage, Handelskriege).
VIE-Struktur: Ausländische Investoren dürfen oft gar keine echten chinesischen Aktien besitzen. Stattdessen kaufst du über eine "Variable Interest Entity" (VIE) Anteile an einer Holding (oft auf den Cayman Islands), die vertraglich an den chinesischen Konzern gebunden ist. Rechtlich ist diese Konstruktion im Krisenfall nicht unumstritten.
Viele Ärzte und Anleger fühlen sich mit diesem Klumpenrisiko unwohl. Die Abhängigkeit des Portfolios von den Entscheidungen einer einzigen Regierung wird als zu hoch empfunden.
Der Index-Dschungel: Welcher ETF bildet jetzt eigentlich was ab?
Wenn du dich für eine Investition entscheidest, musst du das richtige Instrument wählen. Für uns in Europa sind UCITS-ETFs der Standard. Doch welcher Index ist der richtige? Schauen wir uns die wichtigsten Barometer an.
MSCI Emerging Markets vs. FTSE Emerging
Das ist das klassische Duell der Indexanbieter.
MSCI Emerging Markets: Der Marktführer. Enthält ca. 24 Länder, darunter China, Indien, Taiwan, Brasilien – und eben Südkorea. Er deckt ca. 85 % der Marktkapitalisierung dieser Länder ab (Large und Mid Caps).
FTSE Emerging Markets: Sehr ähnlich, aber ohne Südkorea (da FTSE dies als Industrieland sieht).
Praxistipp: Wenn du bereits einen "Vanguard FTSE Developed World" im Depot hast, ist der "Vanguard FTSE Emerging Markets" die passende Ergänzung. Wenn du einen "iShares Core MSCI World" hast, solltest du einen MSCI Emerging Markets ETF wählen. Mische am besten nicht die Index-Familien, um die oben erwähnten Lücken oder Überschneidungen zu vermeiden.
MSCI EM IMI (Investable Market Index)
Für Anleger, die den Markt breiter abdecken wollen, gibt es die IMI-Variante. Der MSCI EM IMI enthält nicht nur große und mittlere Firmen, sondern auch Small Caps (kleine Unternehmen).
Warum ist das spannend?
Weniger Staatsnähe: Große EM-Konzerne sind oft Staatsunternehmen (Banken, Öl, Energie), die träge arbeiten. Kleine Firmen sind oft privatrechtlich organisiert und dynamischer.
Binnenmarkt-Fokus: Small Caps hängen stärker von der lokalen Binnenkonjunktur ab und weniger vom Welthandel/Export.
Ein ETF auf den MSCI EM IMI ist breiter diversifiziert (oft über 3.000 Titel) und fängt den "Faktor" der kleinen Unternehmen mit ein. Allerdings sind die Verwaltungskosten (TER) oft minimal höher.
Der neue Trend: Emerging Markets Ex-China
Aufgrund der bereits genannten Risiken gibt es einen wachsenden Trend zu Ex-China ETFs.
Der Index heißt dann z.B. "MSCI Emerging Markets ex China". Hier wird das Reich der Mitte komplett ausgeschlossen. Die Gewichtung verschiebt sich dadurch massiv zugunsten von Indien, Taiwan, Südkorea und Brasilien.
Für wen ist das geeignet? Für Anleger, die an das Wachstum der Schwellenländer glauben, aber das geopolitische Risiko Chinas (oder die moralischen Bedenken) vermeiden wollen. Es ist eine "aktive" Entscheidung gegen die Marktneutralität, aber eine Strategie, mit der viele Anleger ruhiger schlafen.
Portfolio-Konstruktion: Wie viel Schwellenland verträgt dein Depot?
Nun zur Gewichtung. Wie hoch sollte der Anteil der Schwellenländer im Gesamtportfolio sein? Hier gibt es verschiedene Philosophien.
Marktkapitalisierung vs. BIP-Gewichtung
Würdest du die Weltwirtschaft rein nach dem Wert der verfügbaren Aktien gewichten (Marktkapitalisierung), kämen Schwellenländer nur auf ca. 10 % bis 12 %. Der Grund: Die Finanzmärkte im Westen sind viel weiter entwickelt und kapitalisierter.
Ein ETF wie der "Vanguard FTSE All-World" oder der "SPDR MSCI ACWI IMI" macht genau das: Er gewichtet stur nach Marktwert. Du bekommst ca. 90 % Industrieländer und 10 % Schwellenländer. Das ist die pflegeleichteste Lösung.
Viele Anleger argumentieren jedoch, dass dies die reale Wirtschaftskraft der Welt nicht abbildet. Nach Kaufkraftparität (BIP) machen die Schwellenländer fast 40 % bis 45 % der Weltwirtschaft aus. Wer nach BIP gewichtet, holt sich also fast die Hälfte des Portfolios aus den Emerging Markets. Das erhöht das Risiko und die Volatilität massiv, erhöht aber theoretisch die Chance, am Aufstieg dieser Nationen stärker zu partizipieren.
Der Klassiker "70/30" auf dem Prüfstand
In Deutschland hat sich die "70/30-Strategie" (70 % MSCI World, 30 % MSCI Emerging Markets) als Standard etabliert. Diese Aufteilung ist ein Kompromiss: Man gewichtet die Schwellenländer bewusst über (30 % statt 11 %), um näher an die BIP-Verteilung zu kommen, ohne das Risiko zu maximieren.
Ist 70/30 noch zeitgemäß?
Kritiker sagen: Nein. Du wettest damit aktiv gegen den Markt. In den letzten 10 Jahren hat dich diese Wette Rendite gekostet.
Befürworter sagen: Ja. Durch das regelmäßige Rebalancing (Verkauf der gut gelaufenen Anteile, Nachkauf der schlecht gelaufenen) profitierst du von Schwankungen. Wenn die USA teuer sind (so wie aktuell) und EM billig, zwingt dich die 70/30-Regel, Gewinne bei den USA mitzunehmen und günstig in EM nachzukaufen. Das ist antizyklisches Handeln.
Für und als Ärztinnen und Ärzte mit hohem Humankapital und (hoffentlich) guter Sparrate ist eine Beimischung von 20-30 % durchaus vertretbar, wenn man die Schwankungen aushält. Wer es simpler mag, fährt mit der Marktkapitalisierung (10-12 %) aber keineswegs falsch.
Auswahlkriterien für den richtigen ETF
Du hast dich entschieden, zu investieren. Worauf musst du beim Kauf im "ETF-Regal" achten?
Kosten (TER) und Tracking Difference (TD)
Die Total Expense Ratio (TER) gibt an, was der ETF-Anbieter jährlich abzieht. Bei EM-ETFs liegt diese meist zwischen 0,14 % und 0,60 %. Wichtiger als die TER ist jedoch die Tracking Difference (TD). Sie misst, wie gut der ETF den Index tatsächlich abbildet.
In Schwellenländern sind manche Märkte schwer zugänglich ("illiquide"). Hier haben sogenannte Swap-ETFs (synthetische Replizierer) im Hinblick auf die TER oft einen Vorteil. Sie können den Index steuerlich effizienter abbilden als physische ETFs, die jede Aktie wirklich kaufen. Dafür ist mit den Swap-ETFs ein Kontrahentenrisiko verbunden, dessen man sich bewusst sein sollte.
Fondsvolumen und Liquidität
Wähle keine Nischen-ETFs. Ein Fondsvolumen von unter 100 Millionen Euro gilt als kritisch. Ist der ETF zu klein, lohnt er sich für den Anbieter (z.B. iShares, Amundi, Xtrackers) nicht, und es droht eine Fondsschließung oder Verschmelzung. Das löst zwar keinen Verlust aus, ist aber steuerlich lästig und verursacht Arbeit. Da du in Standard-Indizes investierst, solltest du ETFs mit mehreren Milliarden Euro Volumen bevorzugen.
Ausschüttend vs. Thesaurierend
Dies ist vor allem eine steuerliche und psychologische Frage.
Ausschüttend: Du bekommst Dividenden aufs Konto. Das motiviert ("Cashflow"), muss aber versteuert oder wiederangelegt werden.
Thesaurierend: Dividenden werden automatisch reinvestiert. Das nutzt den Zinseszinseffekt optimal.
In Deutschland greift hier die Vorabpauschale, um steuerliche Stundungseffekte zu minimieren. Rein mathematisch ist der Thesaurierer meist minimal bequemer, da du dich nicht um die Wiederanlage kümmern musst (keine Transaktionskosten). Mehr dazu auch in diesem Blogartikel.
Fazit: Geduld ist die Währung der Schwellenländer
Schwellenländer-ETFs sind kein Wundermittel für schnellen Reichtum. Sie sind eine Wette auf die Konvergenz der Weltwirtschaft. Die Annahme lautet: Langfristig werden die ärmeren Länder zu den reichen aufschließen, und ihre Unternehmen werden profitabler.
Diese Wette ist logisch, aber sie ist riskant und volatil. Die letzten zehn Jahre haben gezeigt, dass politische Fehlentscheidungen und Währungsschwäche die theoretischen Vorteile schnell zunichtemachen können.
Für die Portfolioallokation bedeutet das:
Verstehe Emerging Markets als Diversifikator.
Wenn du es einfach willst: Ein All-World-ETF (ACWI/All-World) reicht völlig aus (ca. 10 % EM-Anteil).
Wenn du hier "Deep Value" siehst und an das asiatische Jahrhundert glaubst: Eine bewusste Übergewichtung (z.B. 20-30 %) ist legitim, erfordert aber einen Anlagehorizont von 15 Jahren plus.
Auch an der Börse gilt: Heilungsprozesse dauern oft länger als erhofft. Wer die Schmerzen der Volatilität erträgt, hat statistisch gesehen gute Chancen, am Ende mit einer höheren Rendite belohnt zu werden – garantiert ist das jedoch leider nie.
Häufig gestellte Fragen
Sollte ich China komplett aus meinem Portfolio ausschließen?
Das ist eine Glaubensfrage. China bietet enormes ökonomisches Potenzial, aber auch große politische Risiken. Ein "Ex-China"-ETF ist eine valide Option für Anleger, die dieses spezifische Klumpenrisiko eliminieren wollen. Allerdings verzichtet man dann auch auf den größten Wachstumstreiber der Region und wettet "aktiv" gegen die Marktneutralität.
Reicht ein "MSCI ACWI" oder "FTSE All-World" nicht aus?
Es kommt darauf an. Für 90 % der Anleger ist das die einfachste Lösung. Diese Indizes enthalten bereits Schwellenländer entsprechend ihrer Marktkapitalisierung (ca. 10–12 %). Ein separater EM-ETF ist nur nötig, wenn du diesen Anteil bewusst erhöhen (übergewichten) möchtest, z. B. auf 30 %, weil du dort eine Überrendite erwartest.
Sind Schwellenländer-ETFs teurer als World-ETFs?
Ja, tendenziell sind die Verwaltungskosten (TER) etwas höher (oft zwischen 0,14 % und 0,50 % im Vergleich zu 0,10 % - 0,20 % bei World-ETFs), da der Handel in diesen Märkten aufwendiger und weniger liquide ist. Allerdings sind die Kosten in den letzten Jahren durch den Preiskampf der Anbieter massiv gesunken, sodass sie kein echtes Hindernis mehr darstellen.
Was bedeutet "Hard Currency" vs. "Local Currency" bei EM-Anleihen?
Dies betrifft Anleihen-ETFs, nicht Aktien. "Hard Currency" bedeutet, die Staatsanleihen sind in stabilen Währungen wie Dollar oder Euro ausgegeben (weniger Währungsrisiko für dich). "Local Currency" bedeutet Ausgabe in Landeswährung (hohes Währungsrisiko, dafür meist deutlich höhere Zinsen). Für dein hier besprochenes Aktien-Portfolio ist das irrelevant, da du bei Aktien immer implizit in der lokalen Währung investiert bist, auch wenn der ETF in Euro abgerechnet wird.
Ist jetzt der richtige Zeitpunkt für den Einstieg in Emerging Markets?
Market Timing funktioniert fast nie. Allerdings sind Schwellenländer-Aktien gemessen am KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) derzeit historisch günstig im Vergleich zu US-Aktien. Wenn du einen langen Atem hast, ist das Bewertungsniveau attraktiv. Erwarte aber keine sofortigen Gewinne; "günstig" kann auch lange "günstig" bleiben.
Neueste Artikel
Newsletter und kostenloses E-Book
Jede Woche neue Therapieansätze für deine finanzielle Gesundheit.




